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Heilsame und gesundheitsfördernde Wirkungen von Gesang

© Wolfgang Bossinger - Januar 2006

 Aktives Singen ist ein "Gesundheitserreger" ersten Ranges - ein Lebenselixir, das heilsame und gesundheitsfördernde Auswirkungen auf Körper, Seele und Geist hat. Dabei zeigen sich diese gesundheitsfördernden Effekte umso stärker, je mehr wir aus Freude und Spaß - also aus dem Herzen singen. Ganz wichtig ist mir an dieser Stelle noch zu betonen, dass jeder Mensch musikalisch ist und singen kann! Leider wird in westlichen Gesellschaften Musik zu sehr mit Leistungsdenken verknüpft und viele Menschen trauen sich nicht mehr, ihre Stimme zu erheben. Hinzu kommen oft beschämende Erfahrungen beim Singen, wie etwa Vorsingen in der Schule unter Zwang oder kritische Kommentare. Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen und singen Sie! Für mich persönlich gibt es keinen schöneren Gesang wie den "polytonalen Gesang" von Kindergartenkindern - die zwar in allen Tonlagen singen - aber aus vollem Herzen.
Meine Leitsätze zum selber singen für Anfänger:

  • Es gibt keine Fehler, sondern nur Variationen.
  • Singen ist immer ein Geschenk für Sie selbst und für andere.

In meinem Buch "Die heilende Kraft des Singens" Books on Demand, Norderstedt, ISBN 3-8334-1547-9 habe ich den weltweiten aktuellen Wissenstand zum Singen unterhaltsam und mit vielen praktischen Anregungen dargestellt.

Im Folgenden eine überblickshafte Beschreibung der wesentlichen heilsamen und gesundheitsfördernden Wirkungen des Singens:

Körperliche Wirkungen

1. Singen vertieft die Atmung

Singen vertieft die Atmung und es kommt daher zu einer besseren Sauerstoffversorgung der Körperorgane und des Gehirns, bis hinein in jede Körperzelle. Beim Singen wird auf ganz natürliche Weise unsere Zwerchfell-Atmung (gesunde Vollatmung) aktiviert, was zu einer, besseren Entgiftung des Körpers führt (Stoffwechselschlacken werden leichter abgebaut) und Entspannung fördert. Besonders das Singen einfacher Lieder, ohne Noten wie z.B. Mantra-Singen führt zu einer Verlangsamung der Atmung mit entsprechender Entspannungswirkung, der sogenannten "Relaxation response". Bei dieser Entspannungsreaktion durch Singen verlangsamen sich unsere Gehirnwellen von dem normalen schnellen Beta-Rhythmus in den Alpha-Bereich und der Parasympathikus wird aktiviert. Unser Strom der Alltagsgedanken wird hierbei unterbrochen und wir kommen in "Flow" - einen stresslösenden Zustand des Fließens.

2. Regelmäßiges Singen ist wie "inneres Joggen"

Intensives regelmäßiges Singen erhöht die Herz-Kreislauf-Fitness. So zeigte sich bei Profi-Sängern eine deutlich erhöhte "Herzratenvariabilität" (wichtiger Indikator der gesundheitlichen Fitness) vergleichbar der von Dauerläufern. Besondere Formen des Singens (spezielle Mantras und Formen des Tönens) aktivieren den Parasysmpathikus und können die sogenannte "Herzkohärenz" induzieren (ein äußerst gesundheitsfördernder Erholungszustand, wie verschiedene eigene Forschungen und chronobiologische Studien zeigen konnten).

Induktion von Herzkohärenz durch besondere Formen des Singens
Induktion von Herzkohärenz durch besondere Formen des Singens (Bild: W. Bossinger)

3. Singen kann uns glücklich stimmen und bringt unsere Hormone auf Trab

Dass Singen glücklich machen kann zeigt die Zunahme der "Glücksindikatoren" Serotonin, Noradrenalin und der Beta-Endorphine beim Singen von Lieblingsliedern in einer Wiener Studie. Diese Glücksindikatoren sind Botenstoffe und Hormone, die uns in eine glückliche und gehobene Stimmung versetzen und gleichzeitig Angst und Schmerzerleben reduzieren. Singen schafft aber auch Verbundenheit und liebevolle Gefühle: Sowohl das Gehirn, wie auch das Herz produzieren beim Singen das "Liebes- und Kuschelhormon" Oxytocin - ein Hormon das u.a. bei Geburt, Stillen und beim Sex ausgeschüttet wird und zu starken Gefühlen der Verbundenheit und Liebe führt. 

4. Singen stärkt das Immunsystem

Durch zwei Studien konnte bei Chorsängern nachgewiesen werden, dass durch Singen der Anteil an Immunglobulin A bereits nach kurzer Zeit deutlich steigt (um bis zu 240%). Immunglobulin A ist ein Antikörper, der an den Schleimhäuten des Körpers sitzt und Krankheitserreger und Allergene an der "vordersten Front" - also bereits beim Eindringen in den Körper bekämpft und unschädlich macht.

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