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Interview mit Alexander Lauterwasser

von Wolfgang Bossinger am 19. Januar 2006

Bossinger: Herr Lauterwasser - Sie beschäftigen sich mit den Wirkungen von Schwingungen auf verschiedene Medien (Wasser, Sand) und haben hierzu eine Vielzahl von Kunstwerken geschaffen, wie die "Wasser-Klang-Bilder". Was ist das Anliegen ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit und was hat Sie ganz persönlich dazu motiviert?

Alexander Lauterwasser: Der Ausgangspunkt meiner Arbeit mit Schwingungen waren Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Phänomen der Morphogenese: woher kommen die Gestalten und Muster in der Natur und wie entstehen sie; im speziellen war es die Frage nach dem besonderen Muster, das die Schildkröte auf ihrem Panzer zeigt. Das Problem der Gestaltbildung ist eines der ganz zentralen Themen der Biologie in den letzten 10 Jahren. Schwingungen und ganz besonders "stehende Wellen" könnten hierbei eine wichtige Rolle spielen. Die alte, typisch verstandesmäßige Trennung oder gar Spaltung von Wissenschaft und Kunst halte ich für eine überholte Position des Menschen, in seiner Bemühung um ein tieferes Verständnis der Natur und seiner selbst. Die Aspekte zum Beispiel des mathematisch-physikalisch Gesetzmäßigen und die des Ästhetischen, des Schöpferischen schlechthin, stellen in der Natur immer eine Einheit dar - das macht vielleicht gerade ihr Geheimnis aus -; in der Bemühung um eine wirkliche Erkenntnis der Natur und einer lebendigen Begegnung mit ihr wird der Mensch Wissenschaft und Kunst in sich selbst zusammenbringen müssen, um einerseits die Gefahr einer bloß technisch-ökonomisch  orientierten Zerstörung der Natur in sich überwinden zu können und auch nicht bei einer bloß naiv-schwärmerischen Haltung (Postkartenidylle) stehen zu bleiben.

Bossinger: Welche Verbindungen sehen sie zwischen Schwingungsvorgängen und möglichen heilsamen und therapeutischen Wirkungen von Schwingungen?

Alexander Lauterwasser: Bei der sehr komplizierten und sensiblen Entstehung der geordneten Strukturen von Wasser-Klang-Bildern sogenannter "stehender Wellen" kommt es immer darauf an, daß viele Einzelaspekte (wie z.B. Wassermenge, Temperatur, Gefäßform, Frequenz der einwirkenden Schwingung) in einer be-s t i m m t e n Weise zusammentreffen; das heißt, es muß alles  s t i m m i g  zusammenpassen, in Über-ein-S t i m m u n g kommen - und nur dann  kann sich eine wohlgeordnete, klare, in sich ruhende Gestalt herausbilden und in die Erscheinung treten: das Wasser mit allen seinen Eigenschaften kommt zu der einwirkenden Schwingungsfrequenz in Resonanz und antwortet mit einer klaren rhythmischen Schwingungsform seiner Wellenbewegungen.
Gesundheit und Krankheit auf allen Ebenen sind eng verbunden mit der Thematik von Gleichgewicht und Resonanz bzw. deren Störungen. Der gesunde  Organismus kennzeichnet sich dadurch aus, daß er in der Lage ist, die verschiedensten Prozesse und Eigenschaften (z.B. fest-flüssig, warm-kalt, sauer-basisch, beweglich-ruhend, sensorisch-motorisch, geistig-seelisch-körperlich usw.) ständig miteinander zu vermitteln und im Gleichgewicht zu halten. Diese immanente lebendige Balance, diese innere Stimmigkeit ist die Voraussetzung für die Resonanzfähigkeit eines Lebewesens und damit für das Gelingen des Austausches und des Dialoges zwischen Innen und Außen, zwischen dem individuellen Einzelwesen und dem Ganzen, dem Ich und den Anderen. Ein Organismus ist nur dann gesund, wenn er ungestört O r g a n  für die Begegnung mit der Welt sein kann - erst in wirklichen Begegnungen empfangen wir lebendige Eindrücke, Erlebnisse, die uns via Resonanz berühren, bewegen, ergreifen und damit verändern: und nur als ständig werdende und uns weiterentwickelnde können wir sein und gesund bleiben.
Schwingungen können vielleicht deshalb heilsam und therapeutisch wirken, weil sie zum einen das Moment der rhythmisch-schwingenden Bewegung als Urgeste aller Lebensprozesse wieder ins Spiel bringen und damit den Menschen und seinen Organismus anregen mitzumachen, verhärtete und verkrustete Strukturen aufzuweichen wieder beweglich zu machen, um wieder mitzuschwingen zu können; zum anderen weil Schwingungsprozesse mit den ihnen innewohnenden gestaltbildenden Kräften helfen können bei inneren Umstrukturierungen und dem Finden und Ausformen neuer Zusammenhänge und Ordnungen.

Bossinger: Herr Lauterwasser - Sie ziehen Vergleiche zwischen Schwingungsbildern, Mandalas oder sogar Pflanzen, blütenformen und ähnlichem. Spiegelt sich aus ihrer Sicht in diesen Schwingungsphänomenen eine Art Urprinzip der Schöpfung wieder?

Alexander Lauterwasser: Vielleicht gibt es einen Ur-Formenkanon der Welt, aus dem die Natur (Atome, Kristalle, Blüten, Organismen) und der geistig tätige Mensch schöpfen (wissenschaftlich: Mathematik, Physik; künstlerisch: Malerei, Architektur usw.). In rhythmischen Schwingungen könnten jene Kräfte verborgen wirksam sein, die in der Lage sind, Form- und Gestaltungsprinzipien mittels Resonanz  in das jeweilige stoffliche Substrat zu übertragen und dieses entsprechend zu organisieren und zu formen.



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