Klänge spüren und sehen
Jemand legt sich auf ein Schaukelbrett, an dessen Unterseite
fächerartig Resonatoren aus Holz angefertigt sind. Ein zweiter schaukelt an und
schlägt eine Bassröhrenglocke an, die unter der Schaukel am Boden verankert ist.
Immer wenn die Schaukel über die Röhrenglocke gleitet, wird der Ton verstärkt
und für den auf dem Brett liegenden am ganzen Körper spürbar. Die
Resonanzschaukel wird in 4- 5 Meter Höhe in einem Baum aufgehängt.
In gleicher Form gibt es sie auch als Resonanzwiege. Sie hängt an einem zwei
Meter hohen Eisenständer und kann in Querrichtung sanft hin und hergewogen
werden.
Vertonung von Pflanzenproportionen


Erleben wir das, was wir mit dem Auge als schön empfinden, mit dem Ohr auch
als harmonisch? Diese Frage taucht immer wieder in der Menschheitsgeschichte
auf. So beschäftigte sich schon Leonardo da Vinci mit den Proportionen des
menschlichen Körpers und fand heraus, dass sie ganzzahligen Verhältnissen -
und damit Tonintervallen entsprechen. Ich beschäftigte mich nun mit der
harmonikalen Untersuchung von Pflanzenproportionen (bisher bei Stileiche,
Sommerlinde, Elsbeere, Speierling und echter Kamille). An Blättern, Blüten,
Früchten und anderen typischen Pflanzenmerkmalen nahm ich Maß und errechnete
über die Wellenlängen, die diesen Maßen entsprechen, den Ton. Dann stimmte ich
die errechneten Töne in Form von Röhrenglocken oder Metallharfen auf das Cent
genau ab, sodass es möglich ist, die Töne der Stileiche, Sommerlinde etc.
erklingen zu lassen. Erstaunlicherweise fällt bei allen bisherigen
Pflanzenvertonungen auf, dass die Natur nach Harmonie - das heisst nach
ganzzahligen Verhältnissen - strebt. Bei den angegebenen Tonintervallen der
Kamille ist die größte Abweichung bei 9 Cent - das entspricht noch nicht
einmal einem zehntel Halbton.
Bassröhrenglocke mit Resonator
Ein großes kupfernes Klangrohr von 6,5 cm Durchmesser und
1-1,5 Meter Länge liegt zwischen elastischen Seilen auf mit Flusssteinen
beschwerten Eisenfüße. Nach einem Anschlag schwingt sie bis zu vier Minuten
nach. Ein kupferner Resonator, der über dem Rohr in Bewegung gesetzt wird, lässt
den Ton an- und abschwellen. Zum Klänge Erforschen lädt die Bassröhrenglocke
ein. Durch Anhalten von Papier, durch Einfüllen von Sand oder Stroh kann die
Klangfarbe verändert werden.
Mit unserem Tastsinn können wir den Klang
erfahren. Schon 10-20 cm vom schwingenden Rohr entfernt können wir die Vibration
der Luft spüren. Der Klang kann auch sichtbar werden. Wenn wir mit einer
Gießkanne durch die klingende Röhre Wasser durchträufeln, kommt dies auf der
anderen Seite fein verstäubt durch die Schwingung wieder heraus.
Tonoskop




Die menschliche Stimme wird hiermit sichtbar. Auf eine schwarze
Trommelmembran von 60 cm Durchmesser wird Quarzsand gestreut. Die Membran wird
mit einem kräftigen Ton durch eine Pappröhre angesungen, wodurch sich der Sand
in wunderschöne organisch anmutende Formen legt. Bei tiefen Tönen entstehen
einfache, klare Bilder. Je höher die Töne, um so komplizierter werden die
Strukturen.
Chladnische Klangscheiben
Eine Kupferplatte, die verschiedene Formen haben kann, ist
waagerecht auf einen Fuß aus Eisen geschraubt. Die Platte wird mit Quarzsand
bestreut und mit einem Geigenbogen angestrichen. Je nach dem, welcher Oberton
erklingt, entstehen unterschiedliche ästhetische Formen. Das
Schwingungsverhalten der Platte wird sichtbar.
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