NWZ, 22. April 2006
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Christian Fuchs: Klang geht in
Materie über. |
PHILOSOPHIE / Yoga-Lehrer Christian Fuchs spricht im
Christophsbad über die Bedeutung der Sprache
Mozartmusik macht
Wassermelonen schöner
Tiefe Einblicke in die indische Philosophie hat Dr. Christian Fuchs im Rahmen
der Seminarreihe "Schwingung und Gesundheit" des Christophsbads gewährt. Dabei
räumte er mit vielen Irrtümern über Yoga auf.
LEONHARD FROMM
GÖPPINGEN "Yoga will nicht das Denken unterdrücken, sondern helfen, vom
Materiellen loszulassen", sagte Fuchs am Mittwoch vor rund 120 Zuhörern im
Herrensaal des Christophsbads. "Mantra" heiße sinngemäß, "das, was das Denken
überschreitet" und sei im Sinne von "zu Ende denken" zu verstehen. Der Inhaber
der Bad Boller Yoga-Akademie: "Das Denken kommt erst zur Ruhe, wenn es vorher
stattgefunden hat." Entscheidend sei, die Welt zu erkennen, um sie dann wieder
loslassen zu können.
Unsere indo-germanische Kultur sei zu sehr auf das Außen gerichtet, was sich
in Technik und Wissenschaft widerspiegele. Auch für den Inder sei die Außenwelt
im Sinne der Erkenntnis interessant. Sie bilde als Wachzustand aber nur die
unterste Stufe von vier Bewusstseinsebenen, zu denen auch Traumzustand und
Tiefschlafphase gehörten. Die höchste Stufe sei aber der "vierte Zustand", in
dem der Mensch "völlig ungeteilt, ganz bei sich selbst ist". Diesen vierten
Zustand erlebe man in der westlichen Kultur allenfalls noch bei Säuglingen, die
satt und sauber sind. "Wir brauchen aber nicht neidisch nach Asien zu blicken,
weil prinzipiell auch unsere christlich-abendländische Kultur eine Fülle an
Mystik und Methodik zur Selbsterkenntnis bietet", so der Indologe, dessen Vater
1965 zu den ersten Yoga-Lehrern in Deutschland gehörte.
Der Klang sei feinstofflich, erklärte Fuchs, und gehe mit zunehmender
"Abkühlung" in Materie über. Als Beispiel nennt Fuchs das Wasser, das gasförmig
in jedem Raum vorhanden ist, ohne "begriffen" werden zu können. Sinke die
Temperatur, kondensiere das Wasser zu sichtbaren Tropfen. Unter dem Gefrierpunkt
werde es gar zu Eis, das man "begreifen" kann.
Eine japanische Studie habe nachgewiesen, dass ein Wassermolekül, das mit
Mozartmusik beschallt werde, ästhetische Strukturen ausbilde, während
Hardrock-Musik diese Struktur zerstöre. Dasselbe funktioniere mit Sprechmustern
wie "Du bist schön" und im Gegensatz dazu "Du machst mich krank". Unsere Kultur
neige dazu, das Fehlende zu bemängeln statt sich des Vorhandenen zu erfreuen.
"Kein Wunder, dass unser Land deshalb in Depression versinkt", meinte der
Yoga-Lehrer, der empfahl, sich mit positiven Affirmationen wie "Mein
Nervensystem steckt voller Energie" positiv zu stimmen.
ONLINE-INFO
http://www.yoga-akademie.de
http://www.schwingung-und-gesundheit.de