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NWZ, 27. Januar 2006

GESUNDHEIT / Weg zur ganzheitlichen Therapie
"Schwingungen der Seele zulassen"

Mit der Veranstaltungsreihe "Schwingung und Gesundheit" geht das Göppinger Christophsbad nicht nur neue Wege, sondern scheint auch bei den Interessierten ins Schwarze getroffen zu haben. Gleich die Auftaktveranstaltung war überfüllt.

IRIS RUOSS

Auftaktveranstaltung

Bestens besucht war der Auftakt der Veranstaltungsreihe "Schwingung und Gesundheit" des Göppinger Christophsbads: In der ersten Reihe tauschen sich die Professoren Rolf Verres und Friedrich Schumm (re.) aus. 
FOTO: G. Carlucci

GÖPPINGEN Öffentlich über den Tellerrand der Schulmedizin zu schauen, alte Erkenntnisse in der Medizin und Therapie neu zu beleben und mit neuesten Forschungsergebnissen zu verbinden, um gerade in punkto Therapie ein besseres Miteinander zu erreichen, so beschrieb Geschäftsführer Bernhard Wehde das Ziel der Veranstaltungsreihe "Schwingung und Gesundheit" im Christophsbad.

Ein Budget von 9000 Euro hat der Krankenhausträger für die innovative Reihe zur Verfügung gestellt, bei der sich Vorträge und Workshops abwechseln. "Die moderne Medizin ist geprägt durch zunehmende Technisierung und Ökonomisierung und dabei in Gefahr, die emotionale Interaktion zwischen Patient und Arzt aufs Spiel zu setzen", sagte Professor Friedrich Schumm. Damit gebe man entscheidende diagnostische und therapeutische Werkzeuge aus der Hand. Künstlerische und musikalische Mittel seien hervorragend dazu geeignet, den körperlichen und seelischen Heilungsprozess zu fördern. "Engagierte Musik- und Kunsttherapeuten wollen mit unserer Veranstaltungsreihe an diese Grundlagen der Medizin erinnern und sie wieder neu beleben", erklärte der Professor.

Resonanz als zwischenmenschliche Schwingung, das war das große Schlagwort im Vortrag von Professor Rolf Verres, dem ärztlichen Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie an der Uni Heidelberg. Verres arbeitet erfolgreich mit Kunst- und Musiktherapie und hat erkannt, wie wichtig die zwischenmenschlichen Beziehungen beim Umgang der Ärzte mit ihren Patienten ist. Er macht sich stark für mehr Einfühlungsvermögen im Krankenhausalltag, rät Ärzten und Pflegepersonal dazu, die ganzheitliche Behandlung von Leib und Seele im Auge zu behalten. "Es ist die Aufgabe von Arzt und Patient, eine gemeinsame Wellenlänge zu finden", erklärte Verres. Patienten sollten ihre Ärzte möglichst effektiv nutzen und dabei genau beschreiben, welche Wünsche sie haben. "Liebevolle Medizin" nannte er als Stichwort.

Die Veranstaltungsreihe "Schwingung und Gesundheit" sei bestens dazu geeignet, Synergien zu nutzen und ein richtiger Schritt hin zur neuen, ganzheitlichen Medizin, die auch spirituelle Gesichtspunkte und außergewöhnlich anmutende Therapien zulasse. Arzt und Patient sollten sich als Mensch begegnen, die Gefühlsebene stärker mit in die Behandlung einbeziehen und durch geeignete Therapien die individuellen Schwingungen der Seele zulassen.

Das Improvisationskonzert gab gleich einen Einblick in die praktische Umsetzung der neuen Therapiewege, die das Christophsbad verwirklichen will.



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