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Die Malerin und Lyrikerin
Ursula Schumann.
 

NWZ / vitawell, 14. November 2006

PORTRÄT
Die Kunst als eine innere Notwendigkeit

Die Malerin und Lyrikerin Ursula Schumann ist 1946 in Braunschweig geboren. Seit 30 Jahren ist sie im Raum Ulm tätig und erzählt mit leuchtenden Augen von ihren neuesten Projekten. Man würde nicht auf die Idee kommen, vor sich einen Menschen zu haben, der seit seiner Kindheit immer wieder mit schweren Krankheiten, seelischen Krisen und Depressionen zu kämpfen hat.

Für die Künstlerin ist das kreative Arbeiten, sowohl das Malen wie das Schreiben von Gedichten und Geschichten, ein wichtiges Mittel, um das Leben zu bewältigen und die innere Not zu wenden. Sie beschreibt, wie sie die Kunst immer wieder als Hilfe zur Überwindung schwieriger Phasen einsetzte so: "Da ich in Gesundheits- und Lebenskrisen allein auf mich gestellt war, versuchte ich, die schlaflosen Nächte zu nutzen, die Zeit des Leides zu verwandeln. Ich fand Metaphern für meine innere Verfassung. Hörte die rhythmischen Sprachmelodien und folgte den Klängen, die mich an die Quelle der Gestaltung brachten. Die Klangfiguren, der in Schwingung versetzten Worte, bildeten zusammenhängend eine Form polarer Bedeutung. Ich entwickelte ein Verstehen. Und immer wieder tauchten malerische Figuren auf. Mit ihnen war ich nicht einsam. Selbst die zehn Jahre, die ich vorwiegend im Rollstuhl verbrachte, füllte ich malend und schreibend, mit der wachen Entdeckung meiner bunten Phantasie."

Die Künstlerin Ursula Schumann konnte schon als Kind den Klang der Worte als wirkungsvolle Bilder in sich sehen. Deshalb begann sie immer wieder, diese phantastische Wahrnehmung malerisch darzustellen. Doch erfuhr sie wenig Anerkennung für ihren eigenwilligen Drang zur Kreativität: "Dieses Unverständnis löste in mir schwere seelische Krisen aus, die mich über lange Zeiträume meines Lebens begleiteten. Die eigenwillige Form meiner Wahrnehmung war mir nicht bewusst.

Erst spät kam ich zu der Erkenntnis, dass meine Seele, angeregt durch die Schwingungen tönender Sprachlaute, die bewegenden Resonanzbilder herstellt, die ich intuitiv erfasse. Endlich diese Resonanzbilder als malerische Farbkompositionen frei zu setzen, und verstanden zu sehen, ist für mich eine wirkliche Freude".

Im Laufe ihres Lebens veränderte Ursula Schumann ihren künstlerischen Ausdruck. Es gelang ihr zunehmend ihre Ressourcen autodidaktisch weiter zu entwickeln, um Selbstheilungsvorgänge zu nutzen.

Besonders wichtige Anregung und Unterstützung bekam sie, während schwerer depressiver Phasen, durch künstlerische Therapien im Christophsbad. Hier fand sie durch Förderung die Möglichkeit zur freien Entfaltung. In zunehmendem Maße wurden die verschütteten Anlagen freigelegt, um eine seelische Ausgeglichenheit wiederzufinden. Anschaulich beschreibt sie, wie sie ihre "Schwingungsfähigkeit" wiederfindet: "Schwingungen versetzen uns in Bewegung. Wiegen uns in den Schlaf. Berühren unsere Sinne. Durchströmen unseren Körper. Wenn ich sie verwandele, hörbar oder sichtbar mache, bin ich in Aktion und beteiligt an dem Prozess der Schöpfung. Durch eine ständige Transformation mache ich mir Energien zugänglich, die mir vollkommen neue Perspektiven erschließen. Die Seele bekommt Nahrung und ist ständig in Bewegung."

INFO
Die Ausstellung im Christophsbad geht vom 16. November bis 12. Januar. Weitere Info: www.schwingung-und-gesundheit.de



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